#5289
Gelöschtes Mitglied 6221
26 Okt. 2024, 21:50
Zitat von: sotm
Seit Corona sind so Firmenveranstaltungen eh tot. Ich bin im Vertrieb und da wird getagt, gesoffen, im Hotel rumgehangen und so weiter und so fort. Bevor ich angefangen habe war das alles noch viel krasser, da wurden die Kouhln mit Gewalt versoffen, weil Fressen & Saufen und so weiter und so fort = Kundenbindung!
Da gabs auch laufend Schtorries, wo und wann der kurz vor der Rente stehende Heinz-Harald Künze auf dem letzten Betriebsfest der Azubine Lisa Fickmöser ans Pupsloch gefasst hat.
Heute unvorstellbar alles. Und irgendwann ist man dann so entwöhnt davon, dass man gar keinen Bock mehr drauf hat. lel
(Firmen)feiern zu planen obliegt mir und ich lege da viel Wert darauf. Ich mache das in verschiedenen Konstellationen, natürlich die Weihnachtsfeiern und das Sommerfest, aber auch kleinere Teamabende.
Man braucht eine Leitlinie, wenn man sowas für ein Unternehmen organisiert. Mein Vorgänger hat die Feiern immer genutzt um Sportwettkämpfe unterzubringen. Die haben mal Biathlon gemacht, mal einen Kochwettbewerb, ein 5-Kampf, so Zeug halt. Hintergedanke von ihm: Er will das Wettkampfdenken im Unternehmen, das er defizitär empfand, fördern. War ein valider Ansatz, aber meins wäre es nicht. Ich bin was das angeht sehr zynisch und sage dass man Wettkampfdenken nur durch eine sinnvolle monetäre Incentivierung erreicht, also Bonus. Hat sicherlich einen Grund warum jeder Vertriebsmitarbeiter auf der Welt 30-40% Bonuskomponente hat. Anderes Thema.
Mein Ziel bei den Veranstaltungen ist, dass wir Dinge machen, die viele Teilnehmer aus der Komfortzone bringt. Nicht im negativen Sinne. Es gibt ganz simple Dinge, die wunderschön sind, die man aus Faulheit oder Unkenntnis trotzdem nie macht. Beispiel: Morgens an einem sonnigen Herbsttag um 7 Uhr durch den Park oder Wald spazieren. Wenn man sich mal so einen Ruck gegeben hat, dann ist man hinterher oft dankbar dafür. Und wenn einem jemand den Ruck gegeben hat, dann überträgt sich die Dankbarkeit auf diese Person und das ist mein Ziel.
Die Ausgestaltung ist dann individuell je nach Teilnehmerkreis. Recht machen kann man es natürlich nie allen. Für den oberen Führungskreis haben wir z.B. einmal im tiefsten Winter zwei Tage und Nächte zu viert auf einer Hütte verbracht, inklusive Nachtwanderung bei 2m Neuschnee und -35 Grad. Wundervolle Erinnerung.
Bei einer Feier für die ganze Belegschaft haben wir eine 30 Minuten Schlittenabfahrt gemacht. Oder wir haben ein Riesenrad für 1,5h gemietet und darin gab es dann das Mittagessen.
Mein Highlight ist eine "Abendessen-Reihe", die ich eigentlich einmal im Quartal mit einer Gruppe von 6 Teamleitern machen will, die bei uns das größte Produkt verantworten. In der Runde sind ein paar relativ gesetzte, man könnte fast sagen langweilige Persönlichkeiten. Ich habe da etabliert, dass wir regelmäßig einen Abend beim Griechen machen. Am ersten Abend dachten alle "ja gut, Abendessen halt". Aber als es dann ans bestellen ging bin ich völlig eskaliert und habe einfach alles bestellt was ich schon immer mal essen wollte, aber nie getan habe. Und die anderen haben das auch getan. Dazu natürlich permanente Uzo-Runden und sonstiger Alkohol. Nach 5 Stunden waren wir komplett voltgefressen und besoffen und alle waren so ausgelassen wie ich die noch nie erlebt habe. Die unausgesprochene Message dahinter war diesen Teamleitern zu vermitteln, dass sie den aktuell erfolgreichsten Teil der Firma verantworten und deshalb ist das ok wenn man es sich mal so richtig gutgehen lässt. Ich will das die Personen stolz darauf sind und sich stärker mit dem Produkt und den Zahlen identifizieren als sie es aktuell tun. Das Abendessen ist jetzt legendär in der Firma. Wurde schon oft angesprochen was man tun muss um sowas auch machen zu dürfen, habe immer gesagt: In dem Team arbeiten oder dafür sorgen dass das Produkt an dem du arbeitest genauso abgeht.